Öffentliches Gesabber

7. Januar 2013 § Ein Kommentar

Rafael van der Vaart hätte auf den Springer-Vorstandschef Döpfner hören sollen. Der hat einmal gesagt:

Wer mit der Bild  im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten.

Welch ein Paukenschlag war das zum Jahresbeginn 2013, das Ehepaar schlechthin in Hamburg gab seine Trennung bekannt. Rafael und Sylvie, allerorten als Vorzeigepaar betitelt, auf einen Schlag (sic!) auch nur menschlich. Die Berichte bezüglich der Silvesterfeier und eines tätlichen Angriffs seitens Rafael divergieren, füttern aber die aufgeregte Öffentlichkeit.

Es ist nicht überliefert woher der Irrglaube stammt, Promis seien in gewisser Weise Menschen ohne Fehler. Was wir in der heutigen Zeit zu sehen bekommen, sind größtenteils beliebig gestaltete künstliche Menschen. Lifestyle-Berater haben sie an der Seite, Stylisten, Visagisten, oder auch einfach ein Kindermädchen. Normal ist an diesen Menschen eigentlich gar nichts mehr. Begeistert stürzt sich der Pöbel auf neuen Klatsch und Tratsch von den Schönen (Ansichtssache) und Reichen. Die van der Vaarts haben sich über die Jahre inszeniert, kokettiert haben sie mit Bild und Bunte, profitiert haben sie, jeder für sich, aber auch gemeinsam.
Wer jedoch ein solch enges Verhältnis zu den Medien pflegt, geht gewisse Risiken ein. Als Promi ohnehin nur schwerlich möglich, lässt sich in diesem Zustand erst recht nichts mehr unter den Teppich kehren.
Die stets und allzeit gut informierte Bild erweckt mitunter den Eindruck, als dritte Person im Ehebett zu nächtigen, oder wenigstens unter selbigem zu lauern.

Die Trennung wurde also medial ausgebreitet, das öffentliche Gesabber hätte den guten alten Pawlow vor Neid erblassen lassen.
Allerlei Kaffeesatz wurde ausgelesen, es wurden sogar Nachbarn der frisch Getrennten befragt, die Rolle von Sylvies Busenfreundin und Mentorin analysiert – Rafael van der Vaart befindet sich glücklicherweise im Trainingslager, was ihn etwas aus der Schusslinie nimmt.
Er ist der große Hoffnungsträger und Star beim HSV, was es für die Medien nur noch reizvoller macht, Privates in das Licht der Öffentlichkeit zu zerren und schamlos zu drapieren. Über Jahre hat er sich die Bälle mit den Medien hin- und hergespielt, jetzt ist es ein Katz-und-Maus-Spiel geworden.

Selbst die glücklichsten Ehen können scheitern. Häusliche Gewalt ist nicht selten, nicht akzeptabel und kommt leider auch in den besten Häusern vor. Doch was zur Hölle hat das Privatleben zweier Menschen in der Öffentlichkeit zu suchen? Die Berichterstattung treibt derlei Säue der Auflage wegen mit Vorliebe durch das Dorf. Alles nur, weil es zwei prominente Menschen sind.
Besorgniserregend finde ich dann aber, wenn sich überall Menschen zu Moralaposteln aufschwingen, und beinahe einen Fackelmob gen Eppendorf führen. Erstens darf niemand verwundert sein, dass offenbar auch berühmte Personen Fehler machen. Zweitens weiß niemand, was genau dort passiert ist. Drittens ist es nicht unsere Aufgabe, darüber zu urteilen.

Deshalb plädiere ich dafür, van der Vaart mit diesem Thema nicht mehr zu behelligen, denn er dürfte selbst am meisten damit zu tun haben, alles zu verkraften. Etwaige Konsequenzen, so sie denn angestrebt werden, sind Sache von Sylvie van der Vaart.
Mir tut der Sohn leid, denn Scheidungskinder sind fast immer die großen Verlierer. Wobei man auch hier zu Bedenken geben muss – den Großteil der Fürsorge hat ein Kindermädchen übernommen. Das dürfte auch in Zukunft eine Konstante bleiben.
Hoffentlich hat Rafael aus dem Vorfall gelernt, dass aus öffentlichem Interesse schnell ein Gegaffe und Gesabber werden kann.

Bleibt zu hoffen, dass er sich bald (trotz der heute erlittenen Zerrung) wieder in die Ablenkung Fußball stürzt, da gute Leistungen auf dem Platz das Getuschel um seine Person schnell wieder in den sportlichen Sektor lenken können…und sollten.

 

Totgesagte leben länger

22. Oktober 2012 § Hinterlasse einen Kommentar

Dahin sind sie, die ersten zarten Träume von einer internationalen Platzierung. 0:1-Niederlage gegen den eigentlich schon totgesagten VfB Stuttgart – ja gibt es das denn?!
Wer ernsthaft auf Platz 4 geschielt hatte, verkennt, dass eine reguläre Bundesligasaison 34 Spieltage beinhaltet und vergisst, auf welche Art und Weise der HSV in den letzten Partien gepunktet hatte.

Die Vorzeichen standen nicht unbedingt gut, angesichts der angeschlagenen van der Vaart und Badelj. Das sollte sich auch genau so im Spiel niederschlagen – Badelj baute nach vernünftiger erster Halbzeit brutal ab, van der Vaart wurde von Kvist komplett aus dem Spiel genommen. Die Kreativzentrale des HSV gekillt, der VfB hatte mit engagiertem Pressing den stellenweise kraftlos wirkenden Hamburgern den Schneid abgekauft. Völlig verdient ging Stuttgart nach feiner Kombination in Führung, auf Seiten des HSV hatte Badelj Pech mit einem Lattenkracher aus guten 28 Metern. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Pfui, HSV!

9. Oktober 2012 § 3 Kommentare

Eine Meldung der vergangenen Wochen, die zugegebenerweise auch bei mir etwas durchrutschte, war die verkündete Kooperation mit viagogo.
Lediglich eine recht biedere Vereinsmeldung, sogar ohne Kommentar eines Verantwortlichen seitens des HSV, mutet schon irgendwie komisch an.

Hier wäre aber schon früher ein zweiter Blick angebracht gewesen, denn was sich der HSV da wieder geleistet hat, ist nur schwer vermittelbar.
Das Hamburger Abendblatt hat dieses Thema erneut angestoßen und verweist auf die Proteste von CFHH, die nicht nur via Transparent protestierten, sondern auch auf der Internetseite zum Boykott aufrufen. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Jetzt nur nicht darauf ausruhen!

1. Oktober 2012 § Ein Kommentar

125 Jahre HSV und passenderweise kam auch der ‘kleine’ HSV aus Hannover zum Jubiläum vorbei.
Selbstredend blieben alle drei Punkte in der Hansestadt, unser Laufwunder Artjoms Rudnevs hatte durch die Hosenträger von Zieler abgebrüht das Siegtor erzielt.
Zum Spiel selbst ist nicht mehr viel zu sagen. Sechzig Minuten lang haben wir guten Fußball geboten, dann jedoch etwas den Faden verloren und sahen uns pausenlos Angriffen der Hannoveraner ausgesetzt, die zum Glück jedes Mal von unserer Abwehr oder Titan Adler entschärft wurden.

Die Choreografie war einfach sensationell. Absolute Gänsehaut, 45.000 Doppelhalter, ein über 300 Meter langes Transparent, über 50.000 begeisterte Fans – besser geht es kaum! « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Es ist noch nicht alles Gold, was glänzt

26. September 2012 § Ein Kommentar

“Ach Mensch, HSV!”

Finger hoch, wer hat das auch gedacht nach Spielende?
Der HSV begann in Gladbach mit der gleichen Elf, die am letzten Samstag sensationell Dortmund besiegt hatte.
Es galt den positiven Trend fortzuführen, obwohl noch vor Wochen wohl niemand geglaubt hätte, dass wir überhaupt Punkte holen würden bis zum Jubiläumsspiel gegen Hannover! « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Die Wiederbelebung der Raute

24. September 2012 § 5 Kommentare

Es gibt Dinge im Leben, mit denen rechnet wirklich niemand. Doch es gibt auch Tage, da ist das Unmögliche auf einmal möglich.

Samstag war so ein Tag.
Vor ausverkauftem Haus empfing der HSV den Meister aus Dortmund, bei herrlichem Sonnenschein war alles angerichtet für die bevorstehende Partie. Auf den Tribünen war man sich weitestgehend einig, dass im Normalfall das Auswärtsteam die Partie klar für sich entscheiden wird.
Verhaltene Lacher registrierte ich, als die Mannschaft vor Spielbeginn nochmal einen Kreis bildete, um sich einzuschwören.
Offensichtlich hat dort eine Person die richtigen Worte gefunden, denn der HSV, ganz anders als noch in Frankfurt, war von Beginn an da und brannte darauf, sich gut zu präsentieren. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

Wieder ein Neustart

20. September 2012 § Ein Kommentar

Drei Spieltage, drei Niederlagen. Für den HSV gab es in dieser Saison noch nichts zu holen, gegen den Meister aus Dortmund soll nun für eine Überraschung gesorgt werden.

Der Meister kommt gerade recht. Wir sind am Samstag ein Außenseiter, der nur positiv überraschen kann.

Quelle: kicker

Dagegen kann man nichts sagen. Doch ich sah auch Nürnberg, oder anschließend wenigstens Frankfurt als geeigneten Gegner. Überzeugen konnte der HSV in keiner der genannten Partien.
Wieder hoffen Fans und Verantwortliche auf einen Neustart, um ‘endlich richtig in die Saison zu kommen’. Vor dem Spiel gegen Dortmund wird die Leistung in Unterzahl vom vergangenen Sonntag als Strohhalm herangezogen. Was anderes bleibt uns derzeit auch nicht übrig – gegen den BVB muss sich die Mannschaft zerreißen, um bestehen zu können. « Den Rest dieses Eintrags lesen »

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