Die Wundertüte schlägt wieder zu

28. November 2010 § 1 Kommentar

 

Du weißt einfach nie was du kriegst. Die Wundertüte hat wieder zugeschlagen.
4:2-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart, natürlich mit allem was das Herz begehrt.

Die größte Überraschung hatte Trainer Veh gleich mal in die Startelf gepackt – so manchem Zuschauer dürfte es ein wenig unheimlich vorgekommen sein, beim Rufen der Startaufstellung den Namen Torun gehört zu haben. War aber kein Fehler, sondern beabsichtigt – und was für ein Auftritt! Gleich zu Beginn des Spiels passte der erst kürzlich von einem Kreuzbandriss wiedergenesene Stürmer zu Trochowski, der den halbhohen Ball gut verarbeitete, nämlich mit einem platzierten Schuss unten rechts in das Tor.

Aber wir wären ja nicht der HSV, wenn wir nicht doch wieder auch Gastgeschenke im Angebot gehabt hätten. Stuttgart hatte sich offensichtlich für die Ecke Deluxe in der Deckungs-Sparausführung entschieden; Marica konnte von Petric und Tesche herrlich freigelassen zum Ausgleich einköpfen. Gleich danach scheiterte Marica noch im Eins-gegen-Eins im Duell mit Rost, zog dann aber im Duell mit Schiedsrichter Stark in der 16. Minute das große Los: Rote Karte! Zuvor war Petric von Niedermeier übel umgesenst worden, es gab “nur” Gelb für Niedermeier, doch das war anscheinend der Startschuss für Marica. Der Rumäne ereiferte sich fürchterlich, haderte mit Gott und der Welt, hatte die Verwarnung noch gar nicht richtig wahrgenommen, da zog Stark auf der Farbskala höher. Direktes Rot, laut Stark aufgrund eines Wortes mit “A…” beginnend. Mir egal, ich habe mich nur gewundert, warum sich Marica in dieser Situation derart echauffierte. Wer hat ihm denn das Spielzeug aus der Wundertüte geklaut?

Wenig später gab es dann mal wieder eine Rarität, Torjäger (sic!) Pitroipa hatte eingenetzt. Moment. Pitroipa? Ja! Nach schöner Kombination lupfte er gekonnt zum 2:1 ein. Dass der Mann aus Burkina Faso keinen Pakt geschlossen, oder dunkle Mächte beschwört hatte, wurde wenig später mit einer offensichtlich vergebenen Großchance bewiesen. Gemach, Gemach, wir sollten schon mit einem Tor von ihm zufrieden sein. Besser hatten das dann Torun und Petric gemacht, letzterer vollendete gekonnt nach einem sehenswerten Pass des Jungspunds. So ging es also mit einem 3:1 in die Kabinen und der Sky-Moderator hatte mich fast an der Decke, da er wiederholt faselte, was denn sei, wenn Marica noch mit dabei wäre. Ganz ehrlich? Das ist mir völlig egal, wer so eine Dummheit begeht, ist selbst Schuld. Da braucht man weder Nachtrauern noch Rumheulen.

Stuttgart, nach der Halbzeit sogar mit Stürmer Harnik für Abwehrmann Molinaro mit dem Mute der Verzweiflung, konnte auch sofort den Anschlusstreffer erzielen. Zwar hatte Rost noch großartig pariert, war dann aber machtlos gegen den Abpraller. Vom VfB kam toremäßig nichts mehr, der HSV gönnte sich in Person von van Nistelrooy nochmal einen. Klasse Pass von Petric und der Niederländer überlupfte dann abgezockt Keeper Ulreich. Weitere Tore gab es nicht mehr, der HSV wurde dann doch sehr fahrlässig in der Chancenverwertung und ließ so einige Möglichkeiten für einen deutlicheren Sieg liegen.

Einige Auffälligkeiten: Nicht nur Torun begann in der Startformation, sondern auch Demel fand sich in der Innenverteidigung wieder, machte dort einen ganz vernünftigen Eindruck. Den wiederum hinterließen Zé Roberto und Tesche eher nicht, sind aber auch beides keine gelernten Außenverteidiger. Ich werde mal mit dem Fußballgott sprechen, ob er uns vielleicht in der Rückrunde mal für ein paar Spiele Diekmeier, Jansen und Aogo zur Verfügung stellen kann. Wäre ja nur so eine Idee..

Außerdem schmorte Guerrero 90 Minuten auf der Bank, was aus meiner Sicht gerechtfertigt war. Wir sind hier nicht im Kindergarten und Heißsporne brauchen mitunter mal Abkühlung (die es bei den Temperaturen vermutlich auch gab). Dazu feierte Ben-Hatira eine Art Comeback in der Profimannschaft und Son blieb ungefährlicher als man es zuletzt von ihm gewohnt war.

Und liebe Leute – nach diesem Sieg stehen wir zwar auf Platz 7 und schielen in Richtung Maxi-Menü (internationales Geschäft), doch unser diesjähriges Auftreten als Wundertüte lässt alle Platzierungen zwischen 2 und 16 für möglich erscheinen. Deswegen sollten wir ausnahmsweise einfach mal Klappe halten, die 3 Punkte einstreichen und gegen Freiburg doch bitte nachlegen. Ach ja – so ein bisschen mehr Sicherheit in der Defensive wäre mitunter schon besser für die Gesundheit des Fans und für unseren Punktestand. Rost hat nach diesem einen Spiel schon gesagt, dass er keinen Bock hat jedesmal die Hütte vollzubekommen. Also klare Marschroute – hinten mal dieses Stichwort Sicherheit ausprobieren, vorne effektiv bleiben und zur Abwechslung mal einfach nicht über Ziele reden sondern einfach punkten. Hat bei Freiburg und Konsorten bis jetzt auch geklappt.

 

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