Die Luft ist raus
18. April 2011 § Hinterlasse einen Kommentar
Das Murmeltier mag zwar die letzten Wochen geschwiegen haben, doch keine Sorge, es war schlichtweg privater Stress, der hier so einige Artikel verhinderte.
Während also bei mir das Abitur die nächsten Wochen prägen wird, scheint beim HSV doch akut die Luft raus zu sein. Zwar könnte man noch die Qualifikation für die Europa-League schaffen, aber so richtig zu brennen scheint die Mannschaft dafür nicht.
Sicherlich, das Duell mit Dortmund war vielversprechend, aber es lag doch eher an den vergebenen Chancen der Borussen. Auch gegen Hannover hätten wir uns einige Dinger fangen können – doch Rost hat in den Endzügen seiner Zeit beim HSV darauf keine Lust gehabt.
Apropo Endzüge: Nach dem Muskelfaserriss, den sich Ruud van Nistelrooy im Spiel gegen Hannover zuzog, dürfte auch dieses Kapitel ein Ende gefunden haben.
Bis zum Winter hätte ich wohl noch von einem herben Verlust für die Offensive gesprochen, jedoch war der Niederländer seit dem kolportierten Interesse seitens Real Madrid wie ausgewechselt, was sich auch in weitestgehend in seinen Leistungen nach der Winterpause widerspiegelte. Beim anfangs euphorisch gefeierten Niederländer scheint auch die Luft raus zu sein. Van Nistelrooys Abschied (der Vertrag läuft aus) öffnet Tür und Tor für den wirklichen Neubeginn beim HSV. Der Verein steht vor einer Mammutaufgabe, denn er will die Jugendarbeit effizienter strukturieren, die Kaderkosten enorm senken, auf junge Spieler setzen und sieht sich mit vielen auslaufenden Verträgen konfrontiert.
Diesen Weg mitgehen soll wohl aller Voraussicht nach Michael Oenning, weil der Sportchef in spe Frank Arnesen hat wohl grünes Licht für eine Weiterbeschäftigung des amtierenden Cheftrainers gegeben. Bei aller Wertschätzung für Oenning, ein wenig sieht das Ganze trotzdem nach Zweckgemeinschaft aus, da die Trainersuche für die kommende Saison sicherlich mehreren Hindernissen ausgesetzt war: Erstens die Kostenfrage, sprich wie namhaft kann der Trainer sein, zweitens die Kompetenz, drittens das eigentliche Interesse für eine Anstellung beim HSV und viertens die Kompatibilität für den neuen Plan des HSV. Innerhalb dieser Lotterie scheint Oenning noch die meisten Argumente auf sich zu vereinen, ist er doch (noch) verhältnismäßig kostengünstig, weist seine Kompetenz aktuell nach und dürfte damit auch sein Interesse demonstrieren, wobei er -da bin ich mir sicher- auch den notwendigen Sparkurs für die neue Saison mittragen wird. Herr Oenning, übernehmen Sie.
Spieler wie van Nistelrooy werden wohl in der neuen Saison nicht mehr anzutreffen sein. Marketingtechnisch ein großer Coup, blieb der Stürmer sportlich mehr oder weniger unter den Erwartungen, die viele mit seinem Namen verbanden. Große Namen, wenig Leistung, viel Gehalt – diese Mixtur kann und darf sich der HSV nicht mehr verabreichen in der neuen Saison. Von den älteren Spielern, wurde auch in den Medien so berichtet, werden wohl bevorzugt Zé Roberto und Petric für eine Weiterbeschäftigung vorgesehen sein. Andere Personalien wie beispielsweise ein Joris Mathijsen sehe ich da schon eher fraglich. Die Situation für den HSV ist wie ein Endspiel – entweder vieles (alles) richtig machen und gewinnen, oder scheitern und mit leeren Händen dastehen. Der aktuelle Kader muss, soviel steht fest, radikal zusammengestrichen werden. Meine Abschusskandidaten wären Demel, Mathijsen, Jarolim, Pitroipa, Guerrero und andere (Elia). Über diese Zusammenstellung kann man sicherlich diskutieren. Ich bin äußerst gespannt, wie sich die Mannschaft in der neuen Saison zusammensetzen wird.
Einer der Lichtblicke in den letzten Wochen war übrigens Rechtsverteidiger Dennis Diekmeier, zu Beginn der Saison aus Nürnberg geholt. Lange verletzt, zeigt Diekmeier mit seiner Geschwindigkeit auf der Außenbahn völlig neue Möglichkeiten auf, Möglichkeiten wie sie ein Demel nie wird nutzen können. Gerne mehr davon.
Der Rest vom Fest ist schnell erzählt. Nach der Gala gegen Köln gurkte sich der HSV zu Unentschieden gegen Hoffenheim, Dortmund und nun Hannover. Wirklich treffen tut es mich nicht mehr, nicht in dieser Saison. Die Luft ist raus, ich habe mich nach meinem Dafürhalten einfach schon viel zu häufig geärgert in den letzten Spielzeiten, sodass ich mich in diesem Falle ein wenig abgestumpft fühle.
Hoffentlich ist das in der neuen Saison anders. Den ersten Schritt von uns beiden muss aber der HSV tun.
Neue Saison, neues Glück – Optimismus galore!