Wieder ein Neustart

20. September 2012 § 1 Kommentar

Drei Spieltage, drei Niederlagen. Für den HSV gab es in dieser Saison noch nichts zu holen, gegen den Meister aus Dortmund soll nun für eine Überraschung gesorgt werden.

Der Meister kommt gerade recht. Wir sind am Samstag ein Außenseiter, der nur positiv überraschen kann.

Quelle: kicker

Dagegen kann man nichts sagen. Doch ich sah auch Nürnberg, oder anschließend wenigstens Frankfurt als geeigneten Gegner. Überzeugen konnte der HSV in keiner der genannten Partien.
Wieder hoffen Fans und Verantwortliche auf einen Neustart, um ‘endlich richtig in die Saison zu kommen’. Vor dem Spiel gegen Dortmund wird die Leistung in Unterzahl vom vergangenen Sonntag als Strohhalm herangezogen. Was anderes bleibt uns derzeit auch nicht übrig – gegen den BVB muss sich die Mannschaft zerreißen, um bestehen zu können.
So äußerte sich auch Tolgay Arslan, der wohl den gesperrten Jiracek vertreten wird:

Ich bin ein sehr flexibler Spieler. Ich kann vorne, außen, aber auch weiter hinten spielen. Ich will zeigen, dass ich Defensivqualitäten besitze und so richtig giftig sein kann

Quelle Abendblatt

Die Personalsituation beim HSV ist nicht gerade rosig. Wertvolle Alternativen in der Defensive stehen nicht zur Verfügung (Aogo, Scharner, Rincon, Kacar), Thorsten Fink wird zum wiederholten Male umstellen müssen.
Auch Bruma schlägt sich mit Knieproblemen herum, deshalb darf man von einer Abwehr mit Jansen-Westermann-Bruma (Mancienne)-Diekmeier ausgehen.
Neben Badelj wird wohl -wie oben schon angeführt- Arslan auflaufen und ich sehe dort Skjelbred und Tesche nicht als Konkurrenten, beide sind für meine Begriffe weit weg von einer Nominierung für die Startelf.

Die offensive Dreierreihe ist mit Ilicevic-van der Vaart-Sala nicht unwahrscheinlich.
Ilicevic, der bis jetzt aufgrund vieler kleiner Verletzungen an der Elbe noch nicht überzeugen konnte, dürfte den zurückgezogenen Jansen ersetzen und rechts warten alle auf den Startelfeinsatz von Maxi Beister, doch Fink ist bekanntlich nicht von dessen Defensivqualitäten überzeugt. Eine rechte Seite mit Diekmeier und Beister wäre sicherlich reizvoll, aber auch defensivschwach, insofern kann ich Fink verstehen, wenn er stattdessen den Italiener dort auflaufen lässt.
Zumal die Dortmunder über ihre linke Seite mit Schmelzer und Reus (oder Großkreutz) traditionell viel Dampf machen. Außerdem deutet es sich an, dass Son seine Chance als einzige Spitze erhält, Rudnevs würde auf die Bank rotieren.

Son soll den HSV (wie in der letzten Saison gegen Hannover) zum Sieg schießen. Foto: facebook.com/hsv

Bei Dortmund sind Weidenfeller und Gündogan fraglich, bei beiden Personalien entscheidet sich morgen, ob sie den Weg in die Hansestadt antreten.
Falls nicht, würde im Tor Mitch Langerak stehen und Gündogan wohl von Bender ersetzt werden – aus meiner entfernten Sicht sind beide ‘Ersatzleute’ keine schwerwiegende Schwächung. Langerak hat Weidenfeller meist sehr zufriedenstellend vertreten, und über Kilometerfresser Bender muss man eigentlich nichts mehr sagen. Einzig die Spielstärke von Gündogan könnten die Dortmunder sehr vermissen.

Von enormer Bedeutung wird die Laufarbeit gegen das Dortmunder Spiel sein. Wir dürfen den Dortmundern keine großen Räume zum Kombinieren anbieten, wie es beispielsweise gegen Frankfurt oder Bremen der Fall war. Jeder muss bereit sein, Fehler seines Nebenmann durch Laufarbeit auszugleichen.
Aggressiv muss auf die Edeltechniker Reus und Götze zugelaufen werden, beide sind mit Ball am Fuß in der Lage, die Abwehr auszuhebeln und vorne haben sie mit Lewandowski einen exzellenten Stürmer.
Darüber hinaus ist es Aufgabe von van der Vaart und Son, bei Dortmunder Ballbesitz Hummels anzulaufen, um ihn am Spielaufbau zu hindern, sein Kollege Subotic ist lange nicht so begabt im Spielaufbau.

Also – Schluss mit Trübsal blasen, der Deutsche Meister wartet.
Über 50.000 werden am Samstag wieder im Volkspark sein und hoffen auf die große Überraschung. Außerdem müssen wir verhindern, dass die Dortmunder unserer Serie aus den Achtziger Jahren (über 35 Spiele in Folge ungeschlagen) nahekommen, derzeit stehen sie bei 31 Spielen.
Glauben wir an die Mannschaft, glauben wir an uns, denn wenn wir nicht an den HSV glauben, wer dann?

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